Heimatverein Dreis-Tiefenbach lud zum Spaziergang ein
Winfried Oehm berichtet von einem gemeinsamen Spaziergang in die Zinsenbach am 16. Mai 2026.
Nach einem anfänglichen kurzen Regenschauer ging es bei gutem Spazierwetter los. Kaum gestartet, gab es den ersten Halt beim Schützenhaus. 1927 wurde an dieser Stelle das erste Quartier des Schützenvereins bezogen, gleichzeitig mit der Gründung des Vereins. Es gab aber schon im Kaiserreich seit 1871 einen Kriegerverein. Er war der erste Verein in Dreis-Tiefenbach und kann als Vorgänger des Schützenvereins gelten. Damals konnten nur Soldaten und Veteranen Mitglied werden. Heute kann jeder, der Interesse am Schießsport hat, dem Verein beitreten. Dafür steht ein moderner Schießstand zur Verfügung.
Schon wenige Meter weiter war die Gedenktafel für Wilhelm Stahl zu sehen.
Der verdienstvolle Lehrer, Landwirt, Haubergsvorsteher, Presbyter und Vorstandsmitglied in einigen Ortsvereinen lebte von 1875 bis 1949. Einen Steinwurf entfernt steht das Kreuz für die Fronleichnamsprozession der Dreis-Tiefenbacher katholischen Kirchengemeinde.
Nun ging es im Wald zuerst steil nach oben, dann parallel zum Seelbachtal mit mäßiger Steigung weiter hoch. Dabei wurde ein kleines Seitental umgangen, das Ästeställchen. Der Heimatforscher W. Schäfer erklärt den Namen als Bezeichnung für einen Unterschlupf für die Herde in unruhigen Kriegszeiten oder bei Plünderungen. Die alten Zeiten waren eben nicht immer gut. Als die Höhe des Weges erreicht war, hörte der Wald auf und eine große vom Borkenkäfer zerstörte Fläche ermöglichte bei klarer Sicht einen großartigen Blick auf die weitere Umgebung.
Auf den ehemaligen Fichtenflächen sind teilweise Streuobstwiesen angelegt. Waldvorsteher Herbert Stephan sagte, dass die Anregung dazu vom Jagdpächter ausgegangen sei und sich die Waldgenossenschaft und der Jagdpächter die Kosten geteilt haben. Herr Stephan konnte unterwegs zahlreiche Fragen der interessierten Spaziergänger zum Wald beantworten. Von der Höhe ging es herab zum Quellbereich des Seelbachs. Die Quelle war ausgetrocknet und man sah nur das Bachbett. Am rechten Bachufer ging es zügig bergab, vorbei an einer Kette kleiner Teiche.
Ein Spaziergänger erinnerte sich daran, hier einmal Forellen gefangen zu haben. Angesicht des aktuell geringen Wasserstandes ist das kaum zu glauben. Bald wurde das Schützenhaus erreicht und der Spaziergang ging in heiterer Stimmung zu Ende.