Stellungnahme des Bürgermeisters: Hilfestellung eines Mitmenschen gegenüber eines Grundschulkindes
Liebe Netpherinnen und Netpher,
die Ereignisse des vergangenen Wochenendes werden sicherlich auch Ihnen nicht entgangen sein. Dabei wurde einem Mitbürger mit südländischem Erscheinungsbild übergriffiges und belästigendes Verhalten unterstellt, der aber nur einem Grundschulkind helfen wollte.
Leider ist dies nicht das erste Mal, dass Menschen durch unbestätigte Behauptungen, Halbwissen oder Falschmeldungen zu Unrecht in ein falsches Licht gerückt werden. Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang an einen Vorfall, bei dem einem Fahrer eines Transporters unterstellt wurde, Kinder anzusprechen. Auch diese Behauptung stellte sich als unzutreffend heraus: Tatsächlich handelte es sich um einen gewerblichen Speiseeisverkäufer.
Ich habe großes Vertrauen in unsere Ermittlungsbehörden, die Verdachtsfällen sorgfältig nachgehen und Sachverhalte aufklären.
Ebenso vertraue ich auf unsere heimische Presse, die verantwortungsvoll, gewissenhaft und auf Grundlage gesicherter Informationen über Ereignisse berichtet.
Deshalb meine Bitte an Sie alle:
Gehen wir künftig kritischer mit Informationen um, deren Wahrheitsgehalt nicht überprüft wurde und die von offiziellen Stellen nicht bestätigt sind. Teilen wir keine ungesicherten Behauptungen und geben wir Hetze, Vorurteilen und Unwahrheiten in den sozialen Netzwerken keinen Nährboden.
Denn die Folgen können weitreichend sein. Es wäre ein fatales Signal, wenn Menschen, die einem Kind in einer vermeintlichen Notsituation helfen möchten, aus Angst vor falschen Verdächtigungen künftig wegsehen und ihre Hilfe unterlassen.
Eine solidarische Gemeinschaft lebt davon, dass wir füreinander da sind, besonnen handeln und einander mit Respekt begegnen. Lassen wir nicht zu, dass unbelegte Gerüchte und Vorurteile unsere Hilfsbereitschaft und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.
Ihr Bürgermeister
Marco Müller