Stellungnahme des Bürgermeisters
Die folgende Stellungnahme wurde etwas neutraler formuliert. Bei jedem Ereignis gibt es die offizielle polizeiliche Einschätzung, die wir in der ersten Variante dargestellt haben. Nichtsdestotrotz soll nicht der Eindruck erweckt werden, dass innerhalb von gerade einmal zwei Tagen ein Verfahren abgeschlossen ist.
Stellungnahme des Bürgermeisters
Verantwortungsvoll mit Informationen umgehen - Hilfsbereitschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken
Liebe Netpherinnen und Netpher,
in unserer Gesellschaft ist es wichtig, dass wir einander mit Offenheit, Respekt und Vertrauen begegnen. Gerade in Zeiten, in denen sich Informationen und Behauptungen über soziale Netzwerke schnell verbreiten, sollten wir besonders sorgfältig prüfen, welche Nachrichten wir weitergeben und welche Schlüsse wir daraus ziehen.
Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen durch unbestätigte Behauptungen, Halbwissen oder Falschmeldungen zu Unrecht in ein falsches Licht gerückt werden. Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang an einen Vorfall, bei dem einem Fahrer eines Transporters unterstellt wurde, Kinder anzusprechen. Auch diese Behauptung stellte sich als unzutreffend heraus: Tatsächlich handelte es sich um einen gewerblichen Speiseeisverkäufer.
Ich habe großes Vertrauen in unsere Ermittlungsbehörden, die Verdachtsfällen sorgfältig nachgehen und Sachverhalte aufklären.
Ebenso vertraue ich auf unsere heimische Presse, die verantwortungsvoll, gewissenhaft und auf Grundlage gesicherter Informationen über Ereignisse berichtet.
Deshalb meine Bitte an Sie alle:
Gehen wir künftig kritischer mit Informationen um, deren Wahrheitsgehalt nicht überprüft wurde und die von offiziellen Stellen nicht bestätigt sind. Teilen wir keine ungesicherten Behauptungen und geben wir Hetze, Vorurteilen und Unwahrheiten in den sozialen Netzwerken keinen Nährboden.
Denn die Folgen können weitreichend sein. Es wäre ein fatales Signal, wenn Menschen aus Angst vor falschen Verdächtigungen künftig davor zurückschrecken, anderen in vermeintlichen Notsituationen zu helfen. Eine solche Entwicklung darf nicht dazu führen, dass Hilfsbereitschaft aus Unsicherheit oder Angst unterbleibt.
Eine solidarische Gemeinschaft lebt davon, dass wir füreinander da sind, besonnen handeln und einander mit Respekt begegnen. Lassen wir nicht zu, dass unbelegte Gerüchte und Vorurteile unsere Hilfsbereitschaft und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.
Ihr Bürgermeister
Marco Müller