Geschichte und Kunst auf Netphens Stromkästen
Bürgerstiftung Netphen bringt Kunst und Ortsgeschichte ins Stadtbild
Strom- und Verteilerkästen gehören zum Ortsbild - fallen dabei aber meist eher wenig positiv auf. Mit einem neuen Projekt möchte die Bürgerstiftung Netphen das ändern: In den kommenden Monaten sollen zwischen 15 und 20 Kästen im Stadtgebiet gereinigt und künstlerisch gestaltet werden.
Im Mittelpunkt stehen dabei Motive, die eng mit den jeweiligen Ortsteilen verbunden sind. So werden unter anderem die Nenkersdorfer Mühle, die Wasserburg Hainchen, die Kreuzkapelle in Netphen, die evangelische Kirche in Dreis-Tiefenbach, die Obernautalsperre in Brauersdorf, die Wurstekommission in Salchendorf und die erste Omnibus-Linie der Welt in Deuz auf den Kästen zu sehen sein.
Die Umsetzung übernehmen die heimischen Künstlerinnen Heidrun Fincks aus Eschenbach und Zveta Grebe aus Kreuztal. Unterstützt werden sie von Martin Zielke, der bereits zahlreiche vergleichbare Stromkästen im Siegener Raum gestaltet hat. Bei der künstlerischen Ausarbeitung haben die Beteiligten weitgehend freie Hand.
Mit der Initiative möchte die Bürgerstiftung gleich mehrere Ziele verbinden: Das Ortsbild soll aufgewertet, die Identifikation mit den einzelnen Ortsteilen gestärkt und gleichzeitig ein Zeichen gegen Schmierereien und Vandalismus gesetzt werden. Die gestalteten Kästen sollen zeigen, dass ein gepflegtes und attraktives Umfeld eine gemeinsame Aufgabe ist – und dass auch kleine Veränderungen das Erscheinungsbild eines Ortes positiv prägen können.
Unterstützt wird das Projekt von der Bürgerstiftung Netphen, der Stadt Netphen und der Stiftung „Gut für Netphen“. Auch acht Unternehmen aus der Region beteiligen sich finanziell: Hausbau Büdenbender, Effexx, Irle Rolls, LVM-Geschäftsstelle Netphen, Westnetz, Reichwald Stahlhandel, Zahnarztpraxis Dr. Schultze-Gläsner und d.works. Insgesamt konnten 8.850 Euro für das Vorhaben eingeworben werden.
Die ersten Arbeiten haben im September begonnen. Die Umsetzung ist zunächst bis September 2027 als Pilotprojekt angelegt. Wenn die gestalteten Stromkästen bei den Bürgerinnen und Bürgern gut ankommen, können weitere Kästen und Flächen folgen.