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Wanderung zwischen Himmel und Erde zum Spirituellen Sommer 2022

Auf Initiative der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Dreieinigkeit in Netphen und des Kath. Kirchenvereins St. Matthias Deuz fand am Samstag, den 11. Juni 2022 unter dem Motto „Himmel und Erde“ eine spirituelle ökumenische Morgenwanderung im Rahmen des Programms des Spirituellen Sommers 2022 statt. Treffpunkt war frühmorgens um 6 Uhr in der ev. Kirche in Netphen-Deuz, dem Startpunkt der Wanderung und zugleich deren erste Station. Hier wurden die 40 TeilnehmerInnen von Pfarrer Tim Winkel von der ev.-ref. Kirchengemeinde Dreieinigkeit begrüßt.

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“, mit diesen Worten begann Pfarrer Winkel seine zum Thema der Wanderung passende Lesung aus der biblischen Erzählung von der Erschaffung der Welt  (Genesis 1). Nach seinem Segen für den bevorstehenden Weg begleitete er gemeinsam mit Vikar Patrick Kaesberg vom kath. Pastoralverbund Netpherland die anschließende Wanderung. Beide Seelsorger gaben unterwegs abwechselnd an mehreren Stationen geistliche Impulse zum Thema Himmel und Erde.

1 - Station 1, Ev. Kirche in Deuz, Foto W. Lerchstein © Wilfried Lerchstein
1 - Station 1, Ev. Kirche in Deuz, Foto W. Lerchstein © Wilfried Lerchstein

Grandiose Aussichten ins Siegtal

Mit Blick auf das Werthetal in Deuz und Salchendorf ging es zügig bergan. Auf halber Höhe an Station 2 angekommen, hatte Vikar Kaesberg als biblischen Impuls Johannes 14, 1-6, mit dem bekannten Jesus-Zitat „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ ausgewählt. Und er verwies auf den Hl. Johannes Chrysostomos, der es mit einem der schönsten Worte, die er kenne, auf den Punkt gebracht habe: „Weißt Du nicht, dass das Leben hier eine Reise ist? Denn bist Du etwa Bürger? Du bist Wanderer! Hast Du verstanden, was ich sagte? Du bist kein Bürger, sondern Wanderer bist Du und Reisender! Sage nicht: Ich habe diese oder jene Stadt! Niemand hat eine Stadt. Die Stadt ist oben. Gegenwart ist Weg.“ Gemeinsam wurde das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ gesungen.

Anschließend gab Vikar Kaesberg jedem einzelnen mit verschiedenen Fragestellungen Impulse zum Nachdenken.

„Wo in meinem Leben befinde ich mich gerade auf dem Weg? Wie sieht der Weg zu Gott aus? Wie können wir Jesus kennenlernen? Mein Weg – mit oder ohne Gott?“ Er regte an, die folgenden 10 Minuten schweigend zu gehen und dabei nachzudenken und/oder zu beten.

An der dritten Station auf dem Nollen angekommen, bot sich den Wanderern eine grandiose Aussicht ins Siegtal auf die Orte Deuz und Grissenbach. Hier ging Pfarrer Winkel auf den Regenbogen als Zeichen für den Bund Gottes mit Noah und dessen Nachkommen ein. Nach dem Lied „Der Himmel geht über allen auf“ wurde die Wanderung als Emmaus-Gang fortgesetzt, um sich als Weggefährten zu Fragen wie „Was bedeutet mir der Regenbogen?“ auszutauschen.

Beschwerliche Etappen des Weges

Die vierte Station befand sich bereits auf dem Abstieg nach Grissenbach im Hälsbachtal. Hier griff Pfarrer Winkel das Gleichnis vom Sämann auf und stellte abschließend fest: „Das Wort Gottes wirkt. Denn Jesus Christus ist der Gärtner, der sich liebevoll um uns kümmert, uns aufrichtet, der unser Wachstum begleitet, der uns in den dunklen Stunden beisteht und unsere Hoffnung auf das Reich Gottes stärkt.“ Im Wiesengrund ging es dann entlang der Sieg durch Grissenbach nach Deuz zur fünften Station, der kath. Lichterkirche St. Matthias Deuz. Hier erläuterte Alexander Weber zunächst kurz das ökumenische Konzept dieser von ihm mitinitiierten Lichterkirche.

Anschließend gab Vikar Kaesberg anhand der Prophezeiung in Offenbarung 21, 1-5, noch einen letzten biblischen Impuls. „Nämlich, dass wir keine Angst vor dem Ende haben müssen. Wer zu Christus gehört, sich an seiner Hand festhält, der braucht keine Angst zu haben, auch nicht, wenn Himmel und Erde einmal vergehen. Denn dann folgen der neue Himmel und die neue Erde und wir werden am Ziel sein. Jetzt sind wir auf dem Weg. Und wenn wir ihn mit Jesus gehen, dürfen wir ihn mit einer doppelten Zuversicht gehen:

Denn: am Ende wird es sein wie auch am Ende einer Wanderung:

Vielleicht ist man erschöpft, aber es ist gut!

Erbitten wir Gottes Segen für unseren Weg mit ihm und zu ihm.“

Besinnliches Beisammensein

Zusammen sangen die Wanderer in der Lichterkirche noch „Lobet den Herren alle, die ihn ehren“, bevor sie, wie geplant pünktlich um 9 Uhr, im benachbarten kath. Pfarrheim ein reichhaltiges und liebevoll arrangiertes Frühstücksbuffet erwartete. Hier nutzte Thomas Kleber vom Kath. Kirchenverein St. Matthias Deuz die Gelegenheit, sich beim scheidenden Pfarrer Tim Winkel von der Schwestergemeinde für die vielen Jahre der guten ökumenischen Zusammenarbeit zu bedanken. Er überreichte ihm einen Gutschein für einen Restaurantbesuch, den er dann im Bereich seiner neuen Wirkungsstätte in Witten-Bommern im südlichen Ruhrgebiet einlösen kann.

Wilfried Lerchstein