Seiteninhalt

9. Kutschertreffen in Oelgershausen - Gespanne in sportlichem Wettkampf

Zum neunten Mal fand in diesem Jahr das Oelgershäuser Kutschertreffen rund um die Anlagen „Auf der Sang“ statt. Bedingt durch die Corona-Pandemie mussten die Organisatoren Reinhold und Gisela Bruch den üblichen 2-Jahres-Rhythmus für dieses Event leider unterbrechen und das zweitägige Treffen um ein Jahr nach hinten verschieben. Das tat der Beliebtheit der Veranstaltung aber keinen Abbruch. Unter dem Motto „Diesmal etwas kleiner, aber genauso schön!“ wurde auf Wettkampfaktivitäten bereits am Samstag verzichtet. Der Anreisesamstag der Teilnehmer war somit ohne sportliche Vergleiche ganz einem kameradschaftlichen Treffen der Kutschergemeinschaft gewidmet. Nach Versorgung der Pferde und Vorbereitung der Schlafmöglichkeiten bot der schwülwarme Abend endlich wieder einmal genügend Zeit für einen gemütlichen ausgiebigen Gedankenaustausch rund um den Reit- und Fahrsport auf der sehr schön gelegenen Anlage.


Die fahrsportbegeisterte Familie Bruch findet in der Freude an Mensch und Pferd, die sowohl die Veranstaltungsteilnehmer als auch die Zuschauer aus diesem Anlass regelmäßig zum Ausdruck bringen, immer wieder die Motivation, die umfangreiche Organisation und die technische und sportliche Abwicklung gemeinsam mit ihren vielen Helfern seit nunmehr fast 20 Jahren hier durchzuführen. So wurden auch in diesem Jahr den Zuschauern wieder spannende sportliche Wettkämpfe neben kurzweiligen Einlagen und auch die ein oder andere Mitmachmöglichkeit geboten.

Hindernislauf © Lothar Mauritczat
Hindernislauf © Lothar Mauritczat

Geländefahrt mit Hindernissen

Am späten Sonntagmorgen gingen 14 Gespanne in 4 Wettkampfklassen an den Start des Hauptwettbewerbs „Geländefahrt mit 4 Festhindernissen“. Aufgrund der Straßenbaumaßnahmen in Ölgershausen und den durch intensive Waldarbeiten sehr schlechten Waldwegezustand hatten die Organisatoren die „Gelände“-Prüfung aus Sicherheitsgründen auf den direkten Nahbereich „Auf der Sang“ verkürzt.


Der Schwerpunkt des Wettbewerbs lag dadurch noch mehr auf schneller, fehlerfreier Bewältigung der 4 Festhindernisse. Die Zuschauer kamen so in den recht seltenen Genuss, einmal nahezu den gesamten Streckenverlauf verfolgen zu können.
Unter den aufmerksamen Blicken der zahlreichen Kampfrichter und immer wieder aufkommendem Beifall der Zuschauer waren nicht nur Taktik der Kutscher, Geschick der Pferde sowie Körpereinsatz der Beifahrer gefragt. Jeder Fehler im Parcours wirkte sich sofort in Strafpunkten aus. Ein spannender Wettkampf und sehr gute Unterhaltung. Besonders spektakulär dabei die Fahrten durch das Wasserhindernis und die sehr engen, oft stimmgewaltig unterstützten Wendungen im engen Tor-Hindernis 4.
Auch um die Zuschauer stets aktuell auf dem Laufenden des Wettkampfes zu halten, konnten Zwischenergebnisse an den Hindernissen auf Tafeln abgelesen werden. Die Moderation über den Platzlautsprecher durch Nicola Bruch sorgte für nähere und auch zusammenfassende Informationen sowie viele interessante Randbemerkungen zum Wettkampfgeschehen.


Gegen 12:30 Uhr standen alle Ergebnisse zur Endauswertung bereit. Zeit für Gras, Heu, Hafer, Wasser und - für Zweibeiner - auch anderes Kaltes und Warmes im Rahmen einer kleinen Mittagspause. Der Zuschauerbereich hatte sich mit etwa 200 Gästen sehr gut gefüllt, als die Zuschauer zu Beginn der Nachmittagsveranstaltung zu einem lustigen Mitmach-Wettbewerb aufgefordert wurden: Ein „Ritt“ auf einem Steckenpferd über einige kleine Hindernisse bis hinein in eine Schubkarre, die dann von einem zweiten Partner ins Ziel zu schieben war, fand eine überwältigende Resonanz: Ca. 30 Paarungen von Groß bis Klein boten einen alle begeisternden Wettkampf.

Dann wurde es noch einmal „fahrsportlich“ ernst beim Hindernisfahren:

Es galt einen vom Veranstalter per Kegel aufgestellten Parcours mit 16 Toren fehlerfrei in möglichst schneller Fahrt zu absolvieren. Schwieriger als vom unbedarften Laien eingangs gedacht. Erst mit wachsender Zahl der Parcoursabsolventen stieg die Erkenntnis, welch gutes Augenmaß und Feingefühl zur Fehlervermeidung notwendig ist; und damit auch die Anerkennung der 5 von 16 Gespanne, denen das gelang. Die schnellste Null-Fehler-Zeit erzielten Dietrich Mia Malin mit „Sam“, knapp vor Fiona Mertens mit „Asra“ (weitere Ergebnisse s. Anlage). Sehr erfreulich, dass hier auch dem sehr jungen ehrgeizigen Nachwuchs auf verkürzter Strecke Gelegenheit gegeben wurde, schon sein Geschick im Umgang mit Pferden vor Publikum zu zeigen.

Zur Eröffnung der Siegerehrungen

freute sich Organisatorin Gisela Bruch, den Zuschauern fünfmal „frischen Kutscherfamilien-Nachwuchs“ im Arm der stolzen Eltern „seit unserem letzten Kutschertreffen vor 3 Jahren“ vorstellen zu können. „Erfreuliche Zukunftsaussichten für den Fahrsport“. Leicht einsetzender Regen veranlasste manche Teilnehmer, seine Pferde schnell ins Trockene zu bringen. Die übliche Kutschenparade im Anschluss an die Siegerehrungen mit musikalisch untermalten Ehrenrunden fiel somit etwas weniger spektakulär als gewohnt aus, bildete aber dennoch einen sehr schönen mit viel Beifall bedachten Abschluss der Veranstaltung.

In die Siegerlisten wurden eingetragen:

  • „Geländefahrt mit 4 Festhindernissen“

Einspänner Pferde: Petra Jung mit „Asterix“.
Einspänner Pony: Bruno Peter mit „Karo“ .
Zweispänner Pferde: Fiona Mertens mit „Amigo und Mikado“
Zweispänner Pony: Ida Müller mit „Siggi und Hetty van Köppel“


  • „Hindernisfahren“

Einspänner: Dietrich Mia Malin mit „Sam“
Zweispänner: Marc Hofmann mit „ Mikado und Amigo“


(weitere Platzierungen: siehe Dokumente in der Randspalte)

Zufriedenheit bei Organisatoren und Zuschauern bildete sich auch im Bewusstsein aus, mit dieser Veranstaltung zu einem guten Werk beigetragen zu haben: Die Einnahmen fließen als Spenden je zur Hälfte an das Kinderhospiz Siegen und die Autismus-Wohnanlage Unglinghausen.