Seiteninhalt

Hanf - mehr als nur ein Rauschmittel

Sebastian Schmeck startet mit der Unterstützung von Henner Braach das erste Pilotprojekt zur Rückführung von Nutzhanf im Siegerland, in Netphen-Beienbach.

Seit Frühjahr diesen Jahres baut das Team im Herzen des Siegerlandes auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern die EU-Nutzhanfsorte Futura75 an.

Ziel des Pilotprojektes

„Ziel des Projektes ist es in erster Linie Erfahrung in Bereichen Anzucht, Ernte und Verarbeitung zu sammeln und die potentielle Ausweitung innerhalb der Region zu ermöglichen. Ideologisches Ziel ist es dabei die Landwirtschaft zu stärken, nachhaltig zu handeln und mittel- & langfristig eine regionale Lebensmittelversorgung zu sichern.“, so Sebastian Schmeck.

In seiner bisherigen beruflichen Laufbahn hat Sebastian Schmeck im Vertrieb sowie in der Öl- & Gas-Branche gearbeitet.

Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit auf operativer und strategischer Ebene hat er einen tiefen Einblick in gewisse Missstände in Bezug auf Ressourcennutzung und Umweltbelastungen erhalten. In dieser Phase hat er sein eigenes Konsumverhalten hinterfragt und sich bewusst für eine Anpassung der Lebensweise entschieden.

Bürgermeister Paul Wagener besuchte kürzlich die Nutzhanf-Plantage von Sebastian Schmeck in Beienbach © L. Reuter
Bürgermeister Paul Wagener besuchte kürzlich die Nutzhanf-Plantage von Sebastian Schmeck in Beienbach © L. Reuter

Verbindung aus Tradition und Trend

„Ein gewisser Teil der Motivation zu dem Projekt ist ganz klar auch, meinem Sohn Alternativen aufzeigen zu können und generell einen grüneren Fußabdruck zu hinterlassen -  und das geht regional am besten. Aktuell schaffen wir es Tradition und Trend zu vereinen und fühlen uns immer wieder über den positiven Zuspruch sowie Unterstützung bestätigt.“, so Sebastian Schmeck.


Eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt, der Hanf, ist seit mehreren Jahrhunderten weltweit bekannt. Die Pflanze steht immer wieder im Zentrum kontroverser Diskussionen - Kein Wunder, denn dem Hanf wird neben heilenden Eigenschaften auch eine Rauschwirkung zugeschrieben. Auch wenn der Begriff Hanf noch immer mit einer Drogenpflanze in Verbindung gebracht wird, hat diese viel mehr zu bieten.

Die EU hat den Anbau zertifizierter Nutzhanfsorten seit 2013 wieder zugelassen, deren Wirkstoffgehalt so niedrig ist, dass diese bedenkenlos im Sinne der vielfältigen Nutzung von Landwirten wieder angebaut werden kann.

Die Nutzhanfsorte Futura75 ist als Pflanze sehr vielseitig einsetzbar, denn alle Pflanzenteile können in unterschiedlichen Bereichen verwendet werden. Nutzhanf im Allgemeinen lässt sich relativ einfach kultivieren und die gewählte Sorte beweist sich als sehr robust. Selbst das Sturmtief vor wenigen Wochen haben die noch jungen Pflanzen schadenfrei überstanden.

Was macht die Nutzhanfsamen so besonders?


Die kleinen Samen kommen als Nahrungsmittel zum Einsatz und gelten als Superfood, das auch die Gesundheit positiv beeinflussen kann. Sebastian Schmeck legt bei seinem Projekt als überzeugter Veganer Wert auf einen ökologischen Anbau, der frei von Pestiziden & Herbiziden ist.


Die Hanfsamen werden im Herbst in einem sorgfältigem Verfahren zur Herstellung von Speiseöl und Knusperhanf weiterverarbeitet. Der durch die Ölpressung entstandene Presskuchen wird zur Herstellung von Pellets für Tierfutter, z.B. für Hühner verwendet. Die Biomasse, bestehend aus den Blüten und Blättern wird für die Extraktion von legalem Cannabidiol (CBD) verwendet.


„Warum Hanf? Da es keine Alternative in Bezug auf Nachhaltigkeit und Verwendung gibt!“, so Sebastian Schmeck.