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Schulklassen erstellen Lapbooks über das jüdische Leben

Sonderausstellung im Heimatmuseum Netpherland

Noch bis zum 28. Februar 2022 öffnet die Sonderausstellung zum jüdischen Leben im Netpherland im Heimatmuseum Netpherland die Türen für Interessierte und Schulklassen.

Die Ausstellung zeigt, wie aktuell das Thema Antisemitismus und Fremdenhass, vor allem im Internet, heutzutage immer noch ist und wie wichtig die Aufklärung darüber gerade für jüngere Generationen ist.
Darüber hinaus soll die Ausstellung auch darüber erzählen, wie stark das Miteinander und der Zusammenhalt zur Zeit des Nationalsozialismus im dörflichen Leben war. Dass es immer mutige Bürgerinnen und Bürger, Freundinnen und Freunde gab, die bis zuletzt den jüdischen Nachbarn zur Seite standen. Berührende Geschichten aus Überlieferungen aber auch medial erzählt von Zeitzeuge Ewald Hatzig können sich die Besucherinnen und Besucher noch bis Februar im Heimatmuseum erleben.

Fünf Schulklassen der Sekundarschule besuchten gemeinsam mit ihrem evangelischen Religionslehrer Herr Achenbach in den letzten Tagen die Ausstellung und entwickeln diese nun, gemeinsam mit dem Museumsteam weiter. Sie erforschen die Exponate, recherchieren zusätzlich im Unterricht über die jüdischen Traditionen und die Geschichte und erarbeiten in Kleingruppen sogenannte Lapbooks.

Wie arbeitet man mit einem Lapbook?

Die ersten Lapbooks wurden in der amerikanischen Homeschooling-Bewegung hergestellt. "Lap" verweist hier auf die Größe des Endprodukts: Es sollte seinen Platz auf dem Schoß des Betrachters finden. Lapbooks werden auch Entdeckerbuch, Klappbuch oder Expertenbuch genannt. 

Dabei werden zu einem Oberthema einzelne Aspekte vertieft und die Ergebnisse des Wissenszuwachs in Form von kleinen Heftchen, Drehscheiben, Pop-up Karten, Umschlägen mit Inhalt usw. gespeichert. Die einzelnen Elemente werden im Lapbook gesammelt. Dazu werden sie in ein größeres aus Tonpapier oder Karton gefaltetes Buch geklebt. So entstehen viele Bücher in einem großen Buch. Durch umklappen, aufklappen, drehen usw. kann man nun vieles zum Oberthema in dem Buch entdecken.

Lapbooks sind in der Erarbeitung durch den Bastelaspekt hochmotivierend, aber auch die Präsentation motiviert durch den interaktiven Aspekt, der einen immer wieder Neues entdecken lässt. Lapbooks sind ein tolles Medium, um individuell und damit auch differenziert zu arbeiten und bieten dem Schüler die Möglichkeit etwas Einzigartiges zu schaffen. So wird die Ausstellung also noch einmal um etliche Ausstellungsstücke und Impulse reicher und die Erinnerung an das jüdische Leben im Netpherland bleibt lebendig.

Die gestalteten Lapbooks können schließlich bei der Finissage am 6. März um 15.00 Uhr bestaunt werden. 

Informationen zu Öffnungszeiten und Anmeldungen des Museums erhalten Sie unter Heimatverein Netpherland e.V. unter der Telefonnummer 0157 89607769, sowie auf der Homepage der Stadt Netphen unter Veranstaltungen.