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Lesungen des Heimatvereins Alte Burg Dreis-Tiefenbach e.V. zu den Erlebnissen Jung-Stillings als Schulmeister

Kartenspiel unerwünscht - Jung-Stillings plötzliches Ende in Dreisbach

Der Heimatverein Dreis-Tiefenbach hat sich in zwei Lesungen mit den Erlebnissen Jung-Stillings als Schulmeister in Dreisbach beschäftigt. In der ersten Lesung am 21.9. wurden seine Aufzeichnungen über das erste Jahr in Dreisbach vorgelesen, in dem der neue Lehrer viel Anerkennung für seine Leistungen fand. In der zweiten Lesung vom 19.10. im Haus Pithan beschreibt Stilling sein zweites Jahr in Dreisbach. Das begann gleich damit, dass eine Tochter seiner Zimmerwirtin sich in den Schulmeister verliebte, was diesen in Gewissenskonflikte brachte. Auch in der Schule entwickelten sich Probleme, die Stilling nicht sofort erkannte. Bei einige Bauern machte sich Unmut breit über seine Wesensart im Allgemeinen und seinen Unterricht im Besonderen. Diese Leute waren nur eine Minderheit. Als Stilling aber ein Spiel zum Lernen des Heidelberger Katechismus einführte, wurden sie aktiv. Beim Spiel wurden Kärtchen mit Nummern verwendet. Das wurde zum Anlass genommen, Stilling vorzuwerfen, den Schülern das Kartenspielen zu unterrichten. Daraufhin kündigte er seinen Vertrag und verließ Dreisbach.

Nach der Lesung wurde noch ein Überblick über den weiteren Lebensweg des großen Pietisten gegeben. Erstaunlich ist, dass Stilling ein anerkannter Professor der Ökonomie war, aber zeitlebens mit großen Geldnöten zu kämpfen hatte.

Eine weitere Lesung über Lehrer in Dreisbach findet am Dienstag, den 23. November im Haus Pithan, Im Bruch 4, um 18 Uhr statt. Dann geht es um den in Bürbach geborenen Wilhelm Kühn, der von 1839 bis 1859 in Dreisbach Schulmeister war. Wilhelm Kühn wurde in Nassau-Oranien geboren, ging im Großherzogtum Berg zur Schule und war im Königreich Preußen Schulmeister. Er hat also bewegte Zeiten erlebt.

Jung-Stilling © Wikipedia

Jung-Stilling wurde nach seiner Schulmeister- und Schneiderzeit noch Arzt, Professor und erfolgreicher Schriftsteller. Ganz besonders setzte er sich für den Pietismus ein.