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Richtigstellung bezüglich des Abfallgebührenvergleichs

Im Artikel der Siegener Zeitung „Abfuhr für Netphens Müllgebühren“ zur Abfallgebührenumfrage des Bundes der Steuerzahler wird suggeriert, dass die Stadt Netphen ihre Bürger*innen mit den höchsten Abfallgebühren im Kreis Siegen-Wittgenstein belastet. Das ist unrichtig. Hierzu wird folgendes festgestellt:

Die Abfallgebühren werden in den Kommunen sehr unterschiedlich berechnet. Die Gebührenberechnung erfolgt entweder nach Personen, bereitgestellten Behältern, im Verwiege- oder Messsystem, mit oder ohne Grundgebühren.

Ein Vergleich von Müllgebühren ist in hohem Maße unfair und führt in die Irre, wenn man nur die Zahlen nebeneinanderlegt, aber das Leistungsspektrum außen vorlässt. In der einen Kommune wird der Abfall wöchentlich, in der anderen alle 4 oder 8 Wochen abgeholt, bei unterschiedlichen Tonnengrößen. Entscheidend ist laut einer Mitteilung des Städte- und Gemeindebundes NRW auch, ob ein Preis für alle Leistungen erhoben wird oder Sondergebühren zu bezahlen sind, etwa für die Sperrmüllentsorgung oder die Biotonne. Bei derart ungleichen Parametern kann ein Vergleich der schlichten Höhe der Abfallgebühren nur ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit liefern. Die journalistische Sorgfaltspflicht wurde nach unserer Ansicht dadurch grob fahrlässig, wenn nicht gar vorsätzlich verletzt.

Die Abfallgebühren der Stadt Netphen beinhalten eine „All inclusive“ Gebühr. Das heißt, konkret sind in der Gebühr enthalten

  • 14-tägigen Regelabfuhr der schwarzen Tonne,
  • ab der 4. Person im Haus, Bereitstellung einer 240 l Tonne
  • 14 tägige Abfuhr der Biotonne,
  • 4-wöchentliche Abfuhr der Papiertonne,
  • Mehrmalige Anforderung von Sperrmüllabfuhr im Jahr,
  • Kostenlose Windeltonne für Kinder bis 3 Jahre und kranke Personen mit Attest,
  • die Baum- und Strauchschnittsammlung,
  • die Elektroschrottsammlung mehrmals im Jahr auf Anforderung,
  • Schadstoffsammlung mehrmals jährlich,
  • kostenlosen Tonnentausch,
  • kostenlose Bereitstellung von Aufklebern für zusätzliches Restabfallvolumen bei einmaligen Ereignissen
  • Personen, die in Netphen gemeldet sind, aber sich tatsächlich in einer anderen Kommune aufhalten und dort Abfallgebühren bezahlen, können sich in Netphen befreien lassen.

Im aufgeführten Abfallgebührenvergleich der Siegener Zeitung werden diese Leistungen leider nicht mitbewertet. Lediglich zwei weitere Kommune bieten eine 14-tägige Restmüllabfuhr an, alle anderen Kommunen eine 4- oder 8 wöchentliche Abfuhr. Auch in dieser Hinsicht hinkt der Gebührenvergleich. Ebenso bleibt unberücksichtigt, dass der angeblich verglichene 4-Personenhaushalt in Netphen eine 240 l Restmülltonne zur Verfügung hat, während der Vergleich nur von einer 120 l- Tonne ausgeht. Die Netpher Bürger*innen haben damit das doppelte Abfallvolumen zur Verfügung, als das im Vergleich dargestellte in anderen Kommunen.

In anderen verglichenen Kommunen sind viele dieser Leistungen mit zusätzlichen Gebühren verbunden, z.B. Tonnentausch 40 €, Beistellung eines zusätzlichen Müllsackes 8 €, keine Windeltonne, begrenzte Sperrmüllabfuhr etc.

Darüber hinaus wird natürlich auch in der Stadt Netphen umweltbewusstes und abfallvermeidendes Verhalten belohnt. Durch die Wahl einer kleineren Tonne oder der Streckung des Abfuhrrhythmus bestehen Möglichkeiten der Gebührenreduzierung.

Außerdem besteht die Möglichkeit, sich mit entsprechenden Nachweisen von der Bioabfallgebühr befreien zu lassen.

Die Stadt Netphen hätte sich gewünscht, statt eines aufreißerischen Artikels, der die sprichwörtlichen „Äpfel und Birnen“ vergleicht, etwas mehr Recherche und Sachlichkeit mit einfließen zu lassen. Eine Rückfrage bei der Verwaltung hätte für eine sachlichere Darstellung sorgen können.