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Bemühungen um den Erhalt der Eissporthalle

Zurzeit kursieren in den Medien die unterschiedlichsten Interpretationen zum Erhalt oder Abriss der offenen Eishalle in Netphen, oft durch Unkenntnis geprägt. Die Verwaltung sieht sich daher veranlasst, die Beschlusslage, die Zahlen und die erfolgten Bemühungen klärend darzustellen:

  • Beschlusslage

Bereits im Juli 2019 erging ein Abrissbeschluss des Rates mit entsprechendem Auftrag an die Verwaltung. Im städtischen Haushalt wurden für einen Abriss/eine Umnutzung 300.000 € veranschlagt. Im Dezember 2020 wurde durch den Rat beschlossen, den Förderantrag „Beach and Ice 57“ zurückzuziehen. Dem Beschluss lag ein Wirtschaftlichkeitsgutachten zugrunde, das von der Renovierung und dem Betrieb dringend abriet – wegen dauerhafter beachtlicher Folgekosten, d.h. unwirtschaftlichem Geschäftsbetrieb. Dieser Beschluss wurde durch die Mitteilung an den Fördermittelgeber am 14.12.2020 ausgeführt. In der Ratssitzung am 24.06.2021 wurde ein Antrag zur Abstimmung gestellt, mit dem der Beschluss aus Dezember 2020 aufgehoben werden sollte. Dieser Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Demnach folgte der Auftrag an die Verwaltung, den Antrag auf die Förderung endgültig zurückzunehmen.

  • Zahlen

Dem Zuschussantrag lagen Kosten für eine offene Halle von rund 3,8 Mio. € zugrunde. Der Höchstbetrag für die Förderung lag für Haushaltssicherungskommunen bei 3 Mio. €. Da die Stadt Netphen mit dem Haushalt 2021 die Haushaltssicherung verlassen hat, lag der Förderhöchstbetrag bei 45 % und abzüglich 10 % für eine Erstellung des Förderbescheides in 2022 nur noch bei rund 1,2 Mio. €. Für die von der Politik bevorzugte Lösung einer geschlossenen Halle müssten rund 10 Mio. € investiert werden. Eine Förderung der geschlossenen Halle ist laut Auskunft des Fördermittelgebers ausgeschlossen.

  • Bemühungen

Aktuell kämpft eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Eissporthalle. Ein Erhalt ist nach der aktuell geltenden Beschlusslage nur noch auf anderem Wege, beispielsweise über einen privaten Investor, möglich. Zwei Privatisierungen des Eisstadions (Eishalle), Hettlage und Sportpark Siegerland GmbH, endeten mit der Insolvenz der privaten Betreibergesellschaften. An die Stadt zurückgegeben wurde beide Male eine Sport-Ruine. Ein künftiger privater Eishallenbetreiber steht demnach vor einer handwerklichen und finanziellen Herausforderung.

Schon bevor die Bürgerinitiative den Antrag auf Bürgerbegehren gestellt hat, hat die Verwaltung zahlreiche Versuche unternommen, den Erhalt der Eissporthalle zu sichern. Unter anderem wurde zunächst eine Fristverlängerung des Fördermittelgebers gefordert, um mehr Zeit für weitere Überlegungen und bspw. die Suche nach einem privaten Investor zu gewinnen. Diese Frist, die ursprünglich bis Ende September 2021 gesetzt war, wurde durch den Ratsbeschluss am 24.06.2021, den die CDU-Fraktion erzwungen hat, zunichtegemacht.

Weiter hat die Verwaltung zahlreiche Gespräche, unter anderem mit dem Kommunalministerium, dem Landrat, der Bürgermeisterkonferenz, heimischen Finanzinstituten und verschiedensten Bauunternehmern und möglichen Investoren, geführt. Keines dieser Gespräche hat den gewünschten Erfolg, eine gesicherte Finanzierung in Sachen Eishalle, gebracht. Selbst der ehemalige Gemeindedirektor und Bürgermeister a.D. Ulf Stötzel ließ es sich nicht nehmen, an einigen Gesprächen persönlich teilzunehmen. Leider konnte auch durch diese informellen Kontakte und Unterstützungsgespräche in den Verhandlungen mit dem Kommunalministerium und weiteren eventuellen Partnern keine Sicherstellung der Finanzierung erreicht werden. Alle Gespräche blieben im Unverbindlichen.

Entgegen der vielfach geteilten Auffassung, wonach das Eisstadion eine „überregionale Strahlkraft“ besitze, muss sich die Kommune auf die „Zahlkraft“ verlassen. Auch der Versuch, die Bürgermeister*innen der anderen Kommunen im Kreisgebiet mit ins Boot zu nehmen und für eine finanzielle Beteiligung zu gewinnen, ist fehlgeschlagen. Im Ergebnis ebenso der Landrat, der allenfalls eine einmalige unverbindliche Finanzspritze in Aussicht gestellt hatte. Vorausgesetzt Netphen setzt durch einen entsprechenden Beschluss ein eindeutiges Zeichen für den Erhalt der Eishalle. Daran fehlt es ebenso wie an einem interkommunalen Interesse am Erhalt dieses überregionalen Leuchtturmprojektes Eishalle.

  • Zukunft

Die Verwaltung hat Vertreter der Politik zu einem Arbeitskreis eingeladen, der sich mit der Nachnutzung des Geländes der Eissporthalle beschäftigen wird. Parallel dazu werden Vertreter der Verwaltung der Einladung der Bürgerinitiative folgen, um sich gemeinsam am „runden Tisch“ über eine mögliche Erhaltung der Eissporthalle durch private Finanzierung über Sponsoren und Investoren auszutauschen. Grundsätzlich steht die Verwaltung allen Überlegungen bezüglich einer anderweitigen Nachnutzung oder privaten Finanzierung der Eissporthalle offen gegenüber.