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Märchenstunde im Gasthof Klein

Das Kulturforum Netphen hat die Neuauflage von Katharina Diez’ Märchen im Rahmen einer Lesung präsentiert. Zwei ihrer Nachfahren waren zu Gast.

Das Kulturforum Netphen veranstaltete zur Veröffentlichung des Buches „In einem großen dunklen Wald...“ von Katharina Diez eine Lesung im historischen Gasthof Klein in Deuz. Das Buch wurde von Ingeborg Längsfeld und Lothar Groos herausgegeben und im Vorländer Verlag veröffentlicht. Neben Sponsoren, Verlegern und Kulturinteressierten waren bei der Vorstellung auch zwei der direkten Nachfahren von Katharina Diez anwesend – die Ururenkel ihrer Schwester Elisabeth Grube – Dirk und Uwe Jenner. Beide waren extra aus Bremen angereist, um die Buchvorstellung mit einem Portrait ihrer Urahnin, gemalt von Mina Heeren im Jahr 1873, zu vervollständigen. Dieses befindet sich, wie auch weitere Unterlagen und Dokumente über und von Katharina Diez und ihre Schwester Elisabeth Grube, im Besitz der Familie Jenner.

Bild PWagener2 © Antonia Jost
Bild PWagener2 © Antonia Jost

Wissenschaftliche Aufarbeitung

Lesung mit Ingeborg Längsfeld
Lesung mit Ingeborg Längsfeld

Die Stadt Netphen stellte den Abend unter ihre Schirmherrschaft und Bürgermeister Paul Wagener erklärte, dass es der Stadt wichtig sei, das Denkmal der Schwestern Diez wissenschaftlich aufzuarbeiten. Das Buch „In einem großen dunklen Wald...“ beinhaltet vier Märchen (Der Tod des kleinen Goldfischkönigs, Die Schnecke und ihre Freundin, Sonnenkönigins Bräutigam und Das Moosprinzeßchen) sowie eine Erzählung (Der kleine Steinklopfer) von Katharina Diez. Eine Kostprobe aus der Geschichte „Sonnenkönigins Bräutigam“ wurde vorgetragen von Ingeborg Längsfeld (im für die Zeit passenden Gewand) und Jutta Stock. Sie handelt von dem Jungen Jörli, der in der Sonne seine Braut sieht, sein junges Leben ganz darauf ausrichtet, mit ihr zusammenzusein und an dieser Liebe zugrunde geht.

Melancholischer Unterton

Viele der Märchen von Diez haben kein „Happyend“ und zeichnen sich oft durch einen melancholischen Unterton aus, haben aber trotzdem nicht unbedingt eine belehrende, sondern vielmehr unterhaltende Absicht. Musikalisch begleitet wurde die Lesung von dem Duo „Molly Ban“, bestehend aus Jürgen Narbutt und Caroline Horn, die Musik aus dem 19. Jahrhundert spielten.

Text: Antonia Jost