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Vielfalt und Zusammenhalt sehen und erleben in der Sekundarschule Netphen

Landrat Andreas Müller zu Besuch in der Sekundarschule Netphen

Im Mai dieses Jahres rief Landrat Andreas Müller seine Initiative „Vielfalt und Zusammenhalt in Siegen-Wittgenstein“ ins Leben. Julia Cruz Fernandez, Schulleiterin der Sekundarschule Netphen, nahm daran teil und stellte fest, dass die Inhalte der Initiative genau das beschreiben, was in der Sekundarschule Netphen jeden Tag gelebt wird: Vielfalt in vielfältiger Hinsicht und Zusammenhalt aller Menschen in der Schulgemeinschaft. Das sind die grundlegenden Säulen, die beim Aufbau der noch jungen Schule zählen (gegründet 2012 und derzeit die Klassen 5 bis 9 umfassend).

So lud sie Landrat Andreas Müller in ihre Schule ein, sich genau das anzusehen. Er folgte der Einladung spontan und kürzlich war es dann soweit – er kam und machte sich ein umfassendes Bild von der Schule. Auch Paul Wagener, Bürgermeister der Stadt Netphen und häufiger Gast in der Sekundarschule, schloss sich der Einladung gerne an.

Auftakt zur Teilnahme an »Vielfalt und Zusammenhalt in Siegen-Wittgenstein« - Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Netphen zeigten ihre Vielfalt und grüßten die Teilnehmer in vielen verschiedenen Sprachen.
Auftakt zur Teilnahme an »Vielfalt und Zusammenhalt in Siegen-Wittgenstein« - Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Netphen zeigten ihre Vielfalt und grüßten die Teilnehmer in vielen verschiedenen Sprachen.

Vielfalt hat an der Sekundarschule Netphen viele Gesichter. Die Schule ist eine Schule „für alle (Netphener) Kinder“ – so ist es auch in der Broschüre formuliert, die die Stadt Netphen als Schulträger über ihre beiden weiterführenden Schulen, dazu zählt auch das Gymnasium Netphen, herausgibt. Die Broschüre ist bei der Stadt, in den weiterführenden Schulen und über die Grundschulen erhältlich.

Landrat Andreas Müller erlebte nicht alle der mittlerweile 421 Schülerinnen und Schüler. Er besuchte exemplarisch die Klasse 8b mit 26 Schülerinnen und Schülern. Drei dieser Jugendlichen haben den Förderschwerpunkt „Lernen“, werden also nach eigenem Lerntempo und Lernfortschritt unterrichtet. Die Schulleiterin erklärt dazu: „Die Themen Inklusion und Integration sind aus der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken. Es ist insgesamt betrachtet gut, dass es so ist. Wir wollen Schwierigkeiten nicht wegdiskutieren, allerdings erleben wir mehr Bereicherung und lernen immer wieder Neues. Schule ist bunt und vielfältig. Da ist es logisch, dass wir zusammenhalten. Sonst ist unser Leben und Lernen in der Schule schlicht nicht möglich.“

Im weiteren Verlauf nahmen Landrat und Bürgermeister an einer Vollversammlung, genannt „Zusammenzeit“, der Jahrgangsstufen 8 und 9 teil. Beide richteten schwungvolle und motivierende Worte an die jungen Zuhörer. Besonders beeindruckt zeigten sie sich vom Auftritt der Big Band, die unter der Leitung von Musiklehrer Florian Schnurr zwei Stücke aus den Bereichen Jazz und Pop spielte und eine mitreißende Wirkung auf die Zuhörerschaft hatte. Danach folgte der Auftakt zur offiziellen Teilnahme an der Initiative „Vielfalt und Zusammenhalt in Siegen-Wittgenstein“.

Landrat Müller und Schulleiterin Cruz Fernandez besiegelten die Teilnahme mit einem Handschlag und ergänzten die Präsentationswand mit allen Kooperationspartnern der Schule in der Mensa um das passende Bild zur Initiative. Umrahmt wurde der Beginn der Teilnahme von Schülerinnen und Schülern der Schule, die zu Hause auch eine andere Sprache sprechen können als Deutsch. Erstmalig traten dabei Kinder und Jugendliche mit Flüchtlingsgeschichte ans Mikrofon und stellten ihre Heimatsprache vor – so klangen „Herzlich Willkommen“ und „Guten Tag“ vielfältig durch die Mensa und dies zeigte einmal mehr den Zusammenhalt in der Schülerschaft ohne Grenzen und Barrieren.

Abgerundet wurde die „Zusammenzeit“ durch ein Gespräch mit einer Schülergruppe, in dem es um die Willkommenskultur unter der Schülerschaft ging – aber auch die Frage, ob der Landrat überhaupt Freizeit habe, wurde gestellt und von Andreas Müller ebenso beantwortet wie die anderen Fragen oder Hinweise zu Problemen. Einen Tag in der Woche versucht er frei zu haben, war sich aber mit Bürgermeister Wagener einig, dass das nicht immer klappt.

Zum Schluss besuchten Landrat Müller und Bürgermeister Wagener die „Klasse der Nationen“, in der die zurzeit 31 Schülerinnen und Schüler mit Flüchtlingsgeschichte vor allem Deutsch lernen, aber auch in anderen Fächern unterrichtet werden, damit sie schnell in ihre eigentliche Schulklasse wechseln können. Die Kinder und Jugendlichen stellten sich vor und zeigten, dass sie in kürzester Zeit die deutsche Sprache erlernen können und den „hohen Besuch“ zu schätzen wussten.

Das abschließende Versprechen „Ich komme gerne wieder!“ von Landrat Müller wird die Schule sicher aufgreifen. Sie lud daher bereits jetzt zum Kulturabend am 6. April 2017 ein, der unter dem Motto „Punkte“ steht.

Text und Foto: Sekundarschule Netphen