Seiteninhalt

„Überzeugender Entwicklungsstand“ an der Sekundarschule Netphen

Qualitätsanalyse an der Sekundarschule mit hervorragendem Ergebnis

„Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen.“ Dieses Zitat des Komponisten Anton Bruckner hat Andreas Kremer, Qualitätsprüfer bei der Bezirksregierung Arnsberg, aus dem Schulprogramm der Sekundarschule Netphen genommen, um eine Bilanz aus den Besuchstagen während der Qualitätsanalyse (kurz: QA) an der Sekundarschule Netphen zu ziehen: Er bescheinigt der Schule, dass sie „in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon deutlich mehr errichtet hat als das Fundament“ und benennt im Bericht zur QA insbesondere das Leitbild („Gemeinsam.Ankommen.“), die Identifikation, die Teamstrukturen, die unterrichtswirksamen Konzepte, die Arbeitsplanung sowie die Führungsverantwortung als Gelingensfaktoren“.

„Nur Plus und Doppelplus, wobei gerade letzteres vorbildlich beinhaltet und richtig oft vorkommt, das macht mich schon sehr stolz – auf alles an unserer Schule irgendwie!“ Barbara Schmidt, Didaktische Leiterin der Sekundarschule Netphen, lässt ihrer Freude freien Lauf. An den ersten Anruf im November 2014 kann sich Schulleiterin Julia Cruz Fernandez auch noch gut erinnern: „Dieser Anruf ist immer der Auftakt und man weiß, dass man jetzt dran ist als Schule. In unserem Falle wussten wir aber, dass alle Sekundarschulen, die wie wir 2012 an den Start gegangen sind, in dieser Überprüfungsrunde dabei sind.“ Mit der an der Schule eingerichteten Steuergruppe für Organisationsaufgaben und für strukturierte Abläufe in pädagogischen und überfachlichen Fragen erfolgte die Phase der Vorbereitung. Für Jürgen Weber, Stellvertretender Schulleiter, war das die intensivste Zeit, „wobei wir seit Schulstart vor vier Jahren immer hart arbeiten, denn eine Schule ans Laufen zu bringen und allen Beteiligten möglichst gerecht zu werden, das ist schon viel. Wir verspüren ja auch schon mal Gegenwind, sind immer noch die Neuen. Dass insbesondere unsere Teamstrukturen und unser Unterricht, wie wir ihn planen und vor allem machen, nun so positiv bewertet wurden, das zeigt, dass der Weg der richtige ist.“

Foto QA © Sekundarschule Netphen
Foto QA © Sekundarschule Netphen

An der Sekundarschule Netphen werden derzeit 361 Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 bis 8 unterrichtet. Die Schule hat wie alle Gesamtschulen bzw. Schulen des längeren gemeinsamen Lernens ein weitläufiges Kurssystem, so dass jeder seinen Weg zum Schulabschluss (vom Hauptschulabschluss nach Klasse 9 oder 10 bis zur Fachoberschulreife mit der anschließenden Möglichkeit zum Abitur) machen kann. Das Ergebnis der QA wurde im Schulausschuss der Stadt Netphen von Andreas Kremer am 6. Juni vorgestellt und wird nun in den Gremien der Schule bekannt gemacht.

Vom 9. bis 12. Mai wurde die Schule von den Qualitätsprüfern Andreas Kremer, Svenja Reddig sowie Manfred Klose als Pädagogischem Mitarbeiter (alle Bezirksregierung Arnsberg) besucht. Ein Schulrundgang durch das Gebäude hatte bereits im Vorfeld im Beisein des Schulträgers stattgefunden. An den Besuchstagen wird ohne Ankündigung die Klassentür geöffnet und der Unterricht, der gerade stattfindet, bewertet. Dies geschieht in allen Jahrgangsstufen und in allen Fächern durchgängig. Dabei stellen die Prüfer fest, ob das, was da stattfindet zum Beispiel zum Lehrplan passt, gesichert ist, dass die Schülerinnen und Schüler das Gelernte auch anwenden können, die Leistung nach festgelegten Grundsätzen für alle bewertet wird und so weiter. Die Überprüfungskriterien sind sehr umfangreich und vielfältig, werden daher sofort am Laptop eingegeben, verarbeitet und prozentual errechnet. Am letzten Tag konnte das Ergebnis in Kurzversion daher bereits dem Kollegium vermittelt werden. Auch Michael Okon-Gerling, zuständiger Dezernent von der Bezirksregierung Arnsberg für die Sekundarschule Netphen, war hier anwesend und ist sich sicher: „Ich muss vermutlich lange warten, bis ich so ein Ergebnis noch mal sehe.“ Der Schule wurde in allen Punkten bescheinigt, dass sie zielorientiert genau so arbeitet, wie es von Seiten des Ministerium für Schule und Weiterbildung nach dem Schulgesetz und den Lehrplänen für Gesamt- und Sekundarschulen in Nordrhein-Westfalen gedacht ist – und mehr als ein Dutzend Mal bekam die Schule das erwähnte Doppel-Plus für vorbildliche und nachhaltige Arbeit zuerkannt. Lediglich die „Anlage und Ausstattung des Schulgeländes“ am Kreuzberg erachteten die Prüfer als nicht unterstützend „für die Nutzung für Unterricht sowie für sinnvolle Pausen- und Freizeitaktivitäten“. Allerdings ist dies Schule und Schulträger bekannt und gemeinsam wurde und wird an der Verbesserung gearbeitet.

„Der einzige andere, entwicklungsbedürftige Aspekt war auch vorher fast klar“, fasst Abteilungsleiterin Sandra Sippel zusammen, „das ist das Thema Förderung für die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Wir sind auch hier auf einem guten Weg und haben tragfähige Konzepte. Aber das Gesamtthema Inklusion wird uns noch lange beschäftigen, wobei die äußeren Bedingungen seitens des Landes wie zum Beispiel die Stellenausstattung mit Sonderpädagogen wohl vorsichtig ausgedrückt ausbaufähig sind“.

Insgesamt jedenfalls ist die Schule zu Recht glücklich und stolz auf ihr hervorragendes Ergebnis. Und gemäß dem Leitbild Gemeinsam.Ankommen. werden alle Beteiligten nun genau so fleißig und intensiv weiterarbeiten. Ab Sommer 2017 ist die Schule in allen Jahrgangsstufen 5 bis 10 fertig aufgebaut „und wenn das schon schnell vorbei geht wie die ersten vier Jahre oder die Zeit rund um die QA, dann geht´s ja schnell, bis wir zum ersten Mal eigene Abschlussklassen haben“ ist sich Schulleiterin Julia Cruz Fernandez ganz sicher.

 

Die Qualitätsanalyse (QA) ist „ein Verfahren der externen Evaluation in Nordrhein-Westfalen“. So definiert das Landesministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen die Qualitätsanalyse auf ihrer Internetseite. Soll heißen, die Schulen werden besucht, beraten, überprüft, angeschaut – kurzum von außen betrachtet und bewertet.

Die Qualitätsanalyse besteht aus einer Vor- und einer Hauptphase. In der Vorphase werden Abstimmungsgespräche geführt und jede Schule kann in der Folgezeit entsprechend ihrer ausgewählten Entwicklungsziele weiter arbeiten. Bestimmte Unterlagen wie schulinterne Lehrpläne und Organisationsübersichten müssen zur Begutachtung abgegeben werden. Der überwiegende Anteil der überprüften Kriterien ist festgelegt und bezieht sich auf die Qualität von Unterricht. Daher steht die Beobachtung von Unterricht im Fokus. Gesprächsrunden mit Eltern, Schülern und Lehrkräften sowie Interviews mit den anderen Beschäftigten in Schule (Sozialpädagogin, Schulsekretärin und Hausmeister) runden den Eindruck ab. Jede Schule erhält zum Abschluss einen Bericht mit den Ergebnissen, damit die Weiterarbeit gezielt erfolgen kann.