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Jazzfrühstück mit "Phil Wood and Friends" am 13.3. - Altes Feuerwehrhaus, Netphen

Im heimeligen Ambiente des Alten Feuerwehrhauses fand nach einjähriger Pause endlich wieder das beliebte Jazzfrühstück des Kulturforums statt, dieses Mal mit "Phil Wood and Friends" nebst opulentem Frühstücksbüffet. So gesellte sich zum Gaumenschmaus am Sonntagmorgen auch eine gehörige Portion Ohrenschmaus, die die zahlreichen Besucher sowohl zu andächtigem Zuhören als auch zu begeistertem Mitklatschen animierte.

Jazzfrühstück6 © Birgit Arens
Jazzfrühstück6 © Birgit Arens

Phil Wood (Gitarre, Gesang), anlässlich KulturPur 25 bereits mit Morina Miconnet vergangenes Jahr auf dem Giller zu bestaunen, verstand es auf überaus virtuose Art und Weise, seiner Takamine-Gitarre mal sanfte, weiche Töne, aber im nächsten Moment auch wiederum peitschende, stakkatoartige Klänge im Fingerpicking-Style zu entlocken und mit filigranem Timbre zu singen. Die ausschließlich von ihm selbst komponierten und aus eigener Feder stammenden Melodien und Songs führte er mit mal witzigen, mal tiefsinnigen Worten ein, erinnerten an Singer-Songwriter-Newcomer wie James Bay oder auch den bereits zweimal in Netphen aufgetretenen Joseph Parsons.

Mit ihm Gepäck hatte er seine Münsteraner "Friends", Gereon Homann (Schlagzeug) und Hanna Meyerholz (Background-Gesang). Hanna räumte erst 2014 in der Siegerlandhalle beim "32. Deutschen Rock- und Pop-Preis" den 1. Preis in der Kategorie "Deutscher Singer-Songwriter" zusammen mit Phil Wood (Gitarre) ab. Gemeinsam haben sie bereits die CD „How to Swim“ veröffentlicht und auch deutschlandweit ist sie bereits eine gefragte Singer-Songwriterin.

Und Phil Wood beschränkte sich beileibe nicht nur auf einen Musikstil, sondern brachte eine gelungene Mischung aus verschiedensten Richtungen, von Singer-Songwriter und Jazz über Soul, angespielte Tangoklänge und Blues bis zu Hip Hop auf die Bühne, bei der er als Anspielung darauf sogar einen Representer-Song zum Besten gab, der im Hip-Hop einen Song darstellt, mit dem sich ein Musiker vorstellt und in der Szene feiern lässt.

Die Songs spannten einen Bogen aus sehr persönlichen Erfahrungen - "erst" im Alter von 18 Jahren sei er zur Musik gekommen und habe zwar dann studiert, jedoch bemerkt, dass ihm das Gitarre-Spielen viel besser gefiele und man statt zu studieren auch mit Gitarren-Unterricht sein Hobby quasi zum Beruf machen könne, dies jedoch die Erwartungen der Elterngeneration überhaupt nicht getroffen hätten. Auch zöge man als Musiker, zumal, wenn man singe und Gitarre spiele, eigentlich das andere Geschlecht magisch an, was jedoch bei ihm nicht der Fall gewesen sei und weshalb er daraufhin auch das Lied "Sorceress Queen", geschrieben habe, ein Groove Song über seine ideale Wunschpartnerin, die in der Lage ist, jene ''Bessenheit'' oder vielleicht besser Leidenschaft, die jeder Künstler als Flamme in sich trägt, zu verstehen und zu lieben. In "Ride the Pony" gehe es um Lebensfreude als höchstes Ziel, denn das monetäre oder auch materialistische Streben mache am Ende doch nicht glücklich, obwohl diese Illusion als sinngebend verkauft werde.

Es waren nicht zuletzt auch rein instrumentale Songs wie "Push Into Blue", die erst Phil Woods wirkliche Virtuosität auf der Gitarre hervorbrachten, akrobatische und rasante Fingertechniken, denen die Augen kaum folgen konnten, wechselten ab mit fast sphärischen Grooves zum andächtigen Träumen. Die sowohl mit musikalisch wie auch mit lukullischen Leckerbissen verwöhnten Besucher waren sich einig, dies war eine äußerst gelungene Mischung von hervorragender, handgemachter Musik verschiedenster Stilrichtungen und man darf schon sehr gespannt sein auf ein nächstes „Jazz-“ oder „Pop-Folk-Rock-Soul-Blues-Rap-Frühstück“ in Netphen!

Text: Anne Weber, Kulturforum Netphen,
Bilder: Birgit Arens

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