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Pressekritik vom Akustik-Gitarrenkonzert Peter Autschbach und Ralf Illenberger vom 13.11.2015 im Alten Feuerwehrhaus in Netphen

Da staunten die Verantwortlichen des Kulturforums Netphen am vergangenen Freitag nicht schlecht, als Peter Autschbach und Ralf Illenberger, zwei Virtuosen an der Akustikgitarre, im völlig ausverkauften Alten Feuerwehrhaus ein vielumjubeltes Konzert gaben. Und der Titel ihrer aktuellen Tour sprach für sich, waren die beiden doch musikalisch auf höchstem Niveau "eines Geistes" - und wortwörtlich brachten sie die Songs ihrer mittlerweile zweiten, 2014 erschienenen CD "One Mind" mit perfektionistischer Sicherheit zum Besten, zauberten Klangteppiche auf die Bühne und entführten ihr Publikum in musikalische Träume.

Autschbach+Illenberger © Heinz Wagener
Autschbach+Illenberger © Heinz Wagener

Peter Autschbach aus Siegen und sein aus Stuttgart stammender Mitstreiter Ralf Illenberger, mittlerweile in Sedona, Arizona lebend, sind bereits seit 2010 gemeinsam auf den Bühnen der Welt unterwegs und machten seit 2011 zum wiederholten Mal endlich auch wieder in Netphen Station. Sie verstanden es selbstredend und, wie es bei einem Instrumentalkonzert so ist, natürlich auch völlig ohne Worte, in ihren Stücken so dermaßen harmonisch miteinander zu musizieren, als würden sie nicht tausende von Kilometern auseinander, sondern "um die Ecke" wohnen und sich regelmäßig zum Proben treffen.

Ruhige, melancholische Stücke wie z. B. die Ballade "Nini" und auch das genau die Aussage des Titels treffende "Ballad" wechselten sich ab mit schnellen und druckvolleren Liedern wie "Drachenflug" oder "Veits Tanz", und natürlich durfte auch der Titelsong "One Mind" nicht fehlen, ein Stück, das die musikalische Reife der beiden Ausnahme-Gitarristen untermauert. Aber auch solo ging es mächtig zur Sache, unter anderem bei dem fulminant von Peter Autschbach gespielten "Caveland Revisited". Ob mit Fingerpicking, mit Hall verfremdete oder auch auf einer E-Gitarre gespielte Melodien, jedes einzelne aller ihrer aus eigener Feder stammenden Stücke repräsentierte die artistischen Fähigkeiten von Peter Autschbach und Ralf Illenberger auf eindrückliche Art und Weise.

Apropos E-Gitarre, dazu konnte sich Peter Autschbach doch seine mehrfach und in höchsten Tönen geäußerte Begeisterung für eine bekannte Siegerländer Autolackiererei nicht verkneifen, die für die phänomenale Lackierung dieses von ihm heißgeliebten Saiteninstruments verantwortlich zeichnete. Mit mehreren Zugaben und der instrumentalen Gute-Nacht-Geschichte "Fairy Tale" zum guten Schluss war ein zauberschöner Abend im anheimelnden Ambiente des Alten Feuerwehrhauses leider viel zu schnell vorbei, das zudem aktuell auch außen endlich wieder eine ästhetische Gebäude-Illumination besitzt, nachdem die bestehende Bodenbeleuchtung vor Zeiten mutwillig zerstört wurde.

Text: Anne Weber