Seiteninhalt

Windenergie, ja oder nein?

„Windenergie, ja oder nein?" Die Meinungen sind in den Ortschaften des oberen Sieg- und Werthetals geteilt. Auf der einen Seite die Waldgenossenschaften, die darin eine, sich in traditionelle Haubergswirtschaft einfügende nachhaltige Energieerzeugung und Nutzung ihres Eigentum sehen. Auf der anderen Seite eine Bürgerinitiative. Einig sind sich alle Beteiligten darin, dass nach Fukushima die Energiewende weiter geführt werden soll, mithin der Weg zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Energieerzeugung richtig erscheint. Deshalb unterstützt sogar die Bürgerinitiative ausdrücklich die Windenergie, die allerdings „mit  Verstand betrieben werden müsse“, was nach deren Lesart bisher nicht der Fall gewesen sei, weil der Betrieb solcher Großwindanlagen nur mit Subventionen gewinnbringend, jedoch im Übrigen „unwirtschaftliche Gigantomanie“ sei. Die Bürgerinitiative möchte die Anlagen „mit Verstand betrieben“ sehen; so wie sie den Begriff definieren. Das ist der Website zu entnehmen: Im Ergebnis sollen deshalb keine Windenergieanlagen im Sieg- oder Werthetal gebaut werden. Die Waldgenossenschaften bewerten diese Sichtweise als eine besondere Spielart des „Sankt-Florian-Prinzip“: Windenergie überall ja, nur nicht bei uns!

Beigefügt finden Sie den Artikel der Westfälischen Rundschau vom 23.09.2014, der auf die Argumente der Windkraftgegner eingeht mit Bezug auf die Praxis bei Rothaarwind. Die ständige Behauptung, dass Windenergieanlagen unwirtschaftlich seien, ist mit Blick auf die Hilchenbacher Anlagen unwahr, ja sogar widerlegt. Die Anlagen arbeiten wirtschaftlich.

Nunmehr liegt die verantwortungsvolle Planung für das gesamte Stadtgebiet Netphens bei der Stadt Netphen, die gehalten ist, eine Angebotsplanung zur Bereitstellung von geeigneten Flächen für die Windenergienutzung im Wald vorzubereiten und der Windenergie „substanziell Raum“ – auch im Wald – zu verschaffen. Soweit eine Planung unterbleibt oder eine Verhinderungsplanung betrieben würde, könnte das im Ergebnis dazu führen, dass im ganzen Stadtgebiet Windenergieanlagen genehmigt werden müssten. Eigenständige Planungen mit der Ausweisung von Vorrangzonen sind insoweit für alle Bürger von Vorteil als die Stadt Netphen auf dieser selbst bestimmten Basis selbstständig im Flächennutzungsplan Vorrangzonen unter Ausschluss anderer Flächen festlegen kann. Anderenfalls kann bzw. muss der Kreis Siegen–Wittgenstein als Genehmigungsbehörde Bauanträge auf Genehmigungen zur Errichtung von Windenergieanlagen an x-beliebigen Orten genehmigen. Wozu das führen kann, ist andernorts zu beobachten (s. Bad Laasphe) und hätte zwangsläufig eine „Verspargelung der Landschaft“ zur Folge, die – ungewollt – jedoch genau zu dieser Konsequenz aufgrund der Forderung der Bürgerinitiative führen dürfte.“