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Donnie Munro – „The Celtic Spirit Tour 2014”

29.3. in der Georg-Heimann-Halle, Netphen

Nicht nur der Tournee-Titel, sondern auch die mit schottischen Flaggen, Postern und allerlei andern keltischen Devotionalien geschmückten, seit Monaten restlos ausverkauften Georg-Heimann-Halle in Netphen kündete an allen Ecken und Enden davon, dass am vergangenen Samstag dort ein großer keltischer Geist herrschen sollte, machte doch kein Geringerer als Donnie Munro, früherer Sänger und die „prägende Stimme“ der schottischen Folk-Rock-Legende Runrig, auf seiner „Celtic Spirit“-Tour Station in Netphen.

Donnie Munro © Photocredit: Ted Buckley/Veranstalter
Donnie Munro © Photocredit: Ted Buckley/Veranstalter

Dass das Netphener Konzert bei Bekanntwerden der Tour überraschenderweise der erste, überhaupt bekannte Termin nach fast genau 10 Jahren seiner Abwesenheit auf deutschem Boden war, verdanke er allein dem hartnäckigen Engagement des Kulturforums Netphen, wie Donnie Munro in seiner einführenden Ansprache lobend erwähnte. Nicht zuletzt aus diesem Grund fand sich daher im Publikum auch eine Vielzahl an begeisterten Fans, die extra aus allen Teilen Deutschlands angereist waren und ihm nach eigenen Aussagen den warmherzigsten und enthusiastischsten Abende der gesamten Konzerttour bescherten.

Mit im Gepäck hatte er seinen langjährigen Freund von der Hebriden-Insel Skye, Eric Cloughley (Gitarre) und mit der aus den Shetland-Inseln stammenden Maggie Adamson, ihres Zeichens Glenfiddich Fiddle-Champion des Jahres, begleitete ihn zudem eine ungemein virtuose, begnadete  Geigerin, die das Konzert in Netphen zu einem ganz besonderen Augen- und Ohrenschmaus werden ließen.

Maggie Adamson 29.3.14 © Photocredit: Ted Buckley/Veranstalter
Maggie Adamson 29.3.14 © Photocredit: Ted Buckley/Veranstalter

Und mit einem Runrig-Klassiker „Protect and Survive“ sollte dieser unvergessliche Abend starten, gefolgt von so manchen weiteren unsterblichen Songs der Band, wie u.a. „Dance Called America“, „City of Lights“ oder auch „The Cutter“, die mit Donnie Munros herausragend sonorer Stimme von ihm auf ganz eigene und unnachahmliche Weise interpretiert wurden. Vor allem aber auch waren es die Songs aus Donnie Munros eigener Feder, die er auf mittlerweile fünf eigenen Solo-Alben verewigt hat und die er jedes Mal vorab von sehr gut verständlichen Einführungen in englischer Sprache begleitete. Mal kamen diese äußerst witzig daher, wie der über den schottischen Sommer, der gerade in Schottland sehr viel kürzer als woanders sein kann, oder auch über eine total verregnete Tour durch Kanada, zu der sie wohl vermeintlich ihr eigenes schottisches Wetter mitgebracht hätten, wie auch über die Größenverhältnisse, mit denen man sein eigenes Land im Verhältnis zu anderen sieht – für einen Shetländer ist eben Shetland so groß wie die Vorderseite eines T-Shirts, mit dem britischen Festland als kleinen Zipfel ganz unten am Rand. Jedoch gab es auch nachdenkliche Songs wie u. a. über die Highland Clearances, die grausame Vertreibung der Schotten aus dem Hochland durch die Landlords, um Platz für Schafweiden zu machen.

Das durch stimmungsvolles Licht- und Sound-Ambiente verwöhnte Publikum und seine frenetische Stimmung gipfelte lange vor Schluss in mehrere Songs lang anhaltenden, stehenden Ovationen, die sich ohne Unterbrechung bis zur letzten Zugabe hinziehen sollten und die Zuschauer ununterbrochen auf den Beinen hielt, bis endlich der letzte Ton verklungen war und der Künstler sich nach diesem eindrücklichen Konzert noch geduldig und ausgiebig für interessierte Zuschauer Zeit nahm, Autogramme zu geben, kleine Gespräche zu führen und für Fotos zur Verfügung zu stehen.

Ein besonderer zusätzlicher Bonus des Konzerts war der Verkauf der nicht mehr für die Bewerbung benötigten Tour-Poster für einen wohltätigen Zweck. Diese fanden am Stand der Lebenshilfe e. V. reißenden Absatz und deren Erlös kam, zusammen mit liebevoll gestalteten Gaumenfreuden, dem Verein vollständig zu Gute.

Artikel der Siegener Zeitung und 

Artikel der Westfälischen Rundschau/Westfalenpost zum Konzert