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Solar Plexus – am 07.12.2013 im Alten Feuerwehrhaus

Zu Jazz bei Glühwein und Kerzenromantik hatte das Kulturforum Netphen eingeladen. Schon beim Betreten des Alten Feuerwehrhauses konnte man den Duft des winterlichen Getränkes in der Nase verspüren und der kleine Saal war in angenehmes Kerzenlicht gehüllt. In diese vorweihnachtlich gemütliche Stimmung hinein spielte dann die Band Solar Plexus – in Netphen nach zahlreichen Auftritten beim Jazz-Frühstück längst keine Unbekannte mehr – ein abwechslungsreiches und ausgewogenes Programm.

Funkiger Soul, Jazz, Latin, Blues und gefühlvolle Balladen

Jazzkonzert
Jazzkonzert

Nach dem Einstieg mit Jazz-Standards wie „Cold Duck Time“ von Eddie Harris oder „Billie‘s Bounce“ von Charly Parker war die ausdrucksvolle Stimme von Ursula Eichert dann ab dem vierten Stück „Sunny“ zu hören, wie u.a. auch beim „Stormy Weather Blues“ – mit tollem Gitarrensolo von Ingo Langenbeck - , bei Peter Hayduks Eigenkomposition „Will alles“ oder etwa Eugene McDaniels‘ „Feel Like Making Love“, ein Stück, das erstmals von Roberta Flack gesungen wurde.

Barbara Holfeld – mit vielen schönen Soli an Alt-Saxophon und Querflöte – führte in die Stücke ein und erzählte kleine, mit dem jeweiligen Titel oder Komponisten verbundene Begebenheiten: z.B. hatte der Pianist Erroll Garner die Idee für das Stück „Misty“ im Flugzeug beim Betrachten eines Regenbogens.

Der erste Teil endete mit „Freak You“ und „Houseparty“, zwei flotten Stücken, bei denen Philip Hayduk, der jüngste Musiker des Abends, an der Posaune mitwirkte und zu dessen Klängen Ursula Eichert das Publikum zum Tanzen aufforderte.

 

Eigenkompositionen und viele schöne Soli

Im zweiten Set durfte u.a. das vom 2012 verstorbenen Dave Brubeck komponierte „Take Five“ (im 5/4-Takt) nicht fehlen, zu dem Bernd Vomhof ein tolles Schlagzeugsolo spielte.

Die Soloeinlagen – dazu gehörten auch Bass-Soli von Peter Hayduk und die der beiden im Wechsel spielenden Keyboarder Bernhard Misiak und Michael Foersch – wurden immer wieder mit viel Applaus des begeisterten Publikums bedacht.

Premiere hatte die Eigenkomposition „Dein Tag“ von Ursula Eichert und Ingo Langenbeck. Den Abschluss bildeten die von Peter Hayduk geschriebenen Stücke „Hoch hinaus“ und „Keine Lust“. Die Idee dafür lieferte eine Sängerin, die immer wieder an der Bushaltestelle gestanden hatte und feststellen musste, dass der Bus schon weg war oder gar nicht kam: „Keine Lust hier zu stehen, und noch ewig zu warten, wenn jetzt noch mehr Zeit vergeht, werf‘ ich weg alle Karten.“

Eine gute Wahl

Das sichtlich zufriedene Publikum wurde noch mit den Zugaben „Cantaloupe Island“ und „Temptation“ belohnt und es gab keinen Zweifel: „Jazz bei Glühwein und Kerzenschein“ war eine gute Wahl.