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18.08.2017

Kläranlage Deuz produziert jetzt eigenen Strom

Dem aufmerksamen Autofahrer wird sie in den letzten Tagen schon aufgefallen sein, die neue Photovoltaikanlage zur Stromversorgung der Kläranlage Deuz. Sie befindet sich unmittelbar an der L 729 neben der Kläranlage zwischen Netphen und Deuz.

Am Mittwoch erfolgte die offizielle Vorstellung der Anlage durch Fachbereichsleiter Rainer Schild und Abwassermeister Torben Hartmann, bei der sich auch Bürgermeister Paul Wagener über "einen kleinen bescheidenen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Wasserqualität der Sieg" freute.

Bild von links: Rainer Schild (Fachbereichsleiter), Torben Hartmann (Abwassermeister), Paul Wagener (Bürgermeister)

Dem Bau vorausgegangen war eine umfangreiche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Ziel dieser Betrachtung war es nicht, Strom zu produzieren, der dann ins Netz eingespeist wird, da die derzeitigen Vergütungen für den mit Photovoltaikanlagen erzeugten Strom eine solche Anlage nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Beabsichtigt war vielmehr, Strom in der Menge zu erzeugen, der regelmäßig für den Betrieb der Kläranlage benötigt wird. Eine Kläranlage eignet sich für die Eigenstromversorgung besonders gut, da der Stromverbrauch an 7 Tagen pro Woche gleichbleibend ist. Im Gegensatz zu Industriebetrieben, in denen in der Regel an 5 Tagen pro Woche und je nach Schichtbetrieb auch tageszeitlich unterschiedlich Strom verbraucht wird, kennt die Kläranlage keine arbeitsfreien Wochenenden oder Feiertage.

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Auf der Grundlage der jährlichen Stromverbrauchsganglinien wurde die optimale Größe einer Photovoltaikanlage ermittelt. Ergebnis ist eine Anlage mit einer Leistung von 99 kWp (Kilowatt peak). Diese Anlage produziert bei optimaler Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden rd. 90 Kilowatt (kW) Strom. An sonnigen Tagen summiert sich diese Stromerzeugung auf rd. 700 Kilowattsunden (kWh) pro Tag. Diese Tagesleistung entspricht in etwa dem Stromverbrauch zweier Haushalte pro Monat. Leider scheint im Siegerland jedoch nicht täglich die Sonne, aber selbst an Tagen mit schlechtem Wetter werden ca. 100 Kilowattstunden Strom durch die Anlage erzeugt. Die eingesparten Kosten bewegen sich damit je nach Wetterlage zwischen 25 € und 160 € pro Tag. Auf das Jahr hochgerechnet, wird sich die Ersparnis durch Eigenstromversorgung auf ca. 20.000 € belaufen.

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Aber nicht nur der Gebührenzahler profitiert von dieser Investition, auch der CO2-Ausstoß wird durch diese Anlage um rd. 5.500 to jährlich reduziert.

Erzeugt wird der Strom in 368 Photovoltaikmodulen à 270 Wp. Die Herstellungskosten der Anlage inkl. aller Nebenleistungen liegen bei 150.000 €. Unter der Voraussetzung, dass der Strompreis vorläufig nicht nennenswert steigen wird, amortisiert sich die Anlage bereits nach 8 Jahren.