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06.11.2019

Einjähriger Kurs „Orientierung und Hilfe im Alter“ ging erfolgreich zu Ende

Alt sein ist ein Zustand und Altern ist ein Prozess an dem wir alle teilnehmen, egal welche Jahreszahl sich hinter unserem Äußeren verbirgt. Ab wann ist man alt? Ab 60 oder 65, erst ab 80 oder wenn man sich so fühlt? Und was fühlt man dann? Sind es erste Gebrechen, körperliche oder geistige Einschränkungen, mehr Gedanken an die Vergangenheit oder Sorgen um die Zukunft, die letzten Jahre, das Ende? Vielleicht fühlt man aber auch Erleichterung darüber, die Anstrengungen und das enge Zeitkorsett der Lebensmitte hinter sich lassen zu können. Vielleicht sieht man es auch als einen Gewinn und man spürt Lust darauf, diesen Lebensabschnitt mit neuem Elan anzugehen.

Seniorenbeauftragte Eva Vitt bedankt sich beim Referententeam Lucia Schwarzwälder, Barbara Kerkhoff, Erich Kerkhoff und Günther Hensch von ALTERAktiv (v.li.).
Seniorenbeauftragte Eva Vitt bedankt sich beim Referententeam Lucia Schwarzwälder, Barbara Kerkhoff, Erich Kerkhoff und Günther Hensch von ALTERAktiv (v.li.).

Ein Jahr lang nahm eine Gruppe von insgesamt 12 Männern und Frauen, jenseits der 60, an dem Kurs „Orientierung und Hilfe im Alter“ teil. Initiiert wurde dieses Angebot von Eva Vitt von der Senioren-Service-Stelle der Stadt Netphen und vom Verein ALTERAktiv aus Siegen. Einmal im Monat fanden Treffen in Form von halb- und ganztägigen Veranstaltungen in der Alten Schule in Beienbach sowie eine zweitägige Einzelveranstaltung in einem Tagungshaus statt.

Die Kursleitung lag in Händen von Herrn Günther Hensch, dem Ehepaar Barbara und Erich Kerkhoff und Frau Luzia Schwarzwälder. Dieses Team wurde, je nach der anstehenden Thematik, durch kompetente Referentinnen und Referenten ergänzt. Die Themen waren: Altersbilder - gerontologische, emotionale und kognitive Aspekte, Leben und Wohnen in der alternden Gesellschaft, Leben und Sterben in Würde – Hospizarbeit, Rechtsfragen – Betreuung, und Vorsorgevollmacht, Die Verantwortung älterer Menschen in der älter werdenden Gesellschaft, Biographiearbeit – mehr als nur ein Lebenslauf, Ernährung und gesundheitliche Aspekte des Alterns sowie Sucht, Demenz und Depression im Alter.

Als Projektarbeit wurde eine Textsammlung zum Thema „Dinge werden lebendig“ zusammengestellt. Sie enthält persönliche Geschichten über konkrete Gegenstände oder Erlebnisse aus der Kinder- und Jugendzeit der Kursmitglieder. „Beglückt und erstaunt waren die Teilnehmer, dass durch biografisches Erzählen in der vertrauensvollen Kursatmosphäre ein intensives Begegnen stattfindet“, bemerkte Barbara Kerkhoff. So wurde bei der Biographiearbeit deutlich, dass das Leben der Einzelnen, besonders in der Kinder-und Jugendzeit, oft sehr unterschiedlich verlaufen war. Die Älteren waren stark vom Erleben der Kriegs- und Nachkriegszeit oder auch von Fluchterlebnissen geprägt. Ganz anders die Jüngeren, die in Friedenszeiten mit beginnendem Wohlstand aufgewachsen waren.

„Der Kurs hat vielen Teilnehmern Mut gemacht, das Alter als Chance zu sehen und ihm seine positiven Seiten abzugewinnen. Schließlich ist Alt zu werden die einzige Möglichkeit ein langes Leben zu führen“, resümierten die vier Referenten am Abschlusstag. Bei der letzten Veranstaltung ging ein herzlicher Dank an die Seniorenbeauftragte der Stadt Netphen, Eva Vitt, und das engagierte Team von ALTERAktiv sowie an Frau Kurzenacker und Herrn Schmidt von der Bürgerstiftung, ohne deren finanzielle Unterstützung das Seminar nicht zustande gekommen wäre.